Aus der gesellschaftlichen Ungleichheit Frauen*/Männern* folgen unterschiedliche Herangehensweisen für die pädagogische Arbeit. Während die pädagogische Arbeit mit Mädchen* auf die Aufdeckung von Benachteiligungen und Gewalt zielt – bzw. deren Abbau und Vermeidung, etwa durch systematische Stärkung und Diversifizierung von Möglichkeiten – geht es in der Arbeit mit Jungen* um Macht- und Diskriminierungssensibilität aus der Perspektive der Privilegierten, um die Weichen für andere Männlichkeiten zu stellen. Während also auf der einen Seite Minderförderung kompensiert, Sichtbarkeit vermehrt, veraltete Rollenbilder aufgebrochen und neue Räume und Möglichkeiten geschaffen werden sollen, die Jungen* wie selbstverständlich zugestanden werden, geht es in der Jungen*arbeit auf der anderen Seite darum, Aggressivität, sexistische Verhaltensweisen und gewalttätiges Auftreten und Handeln nicht entstehen zu lassen bzw. zu verlernen. Denn eine systematische Benachteiligung aller Jungen* existiert nicht. Vermeintliche Selbstverständlichkeiten wie «Das sind Jungen, Raufen gehört beim Erwachsenwerden dazu» oder «Natürlich spielen sie Fußball» gehören in ein Repertoire, das eine typische «männliche Sozialisation» zum Naturgesetz erklärt und damit verhindert, dass solche Bilder von Mannsein für Jungen* sichtbar und verhandelbar werden, um eigene Zugänge zu Geschlecht, Sexualität, Partnerschaftsvorstellungen, Berufswahl etc. zu finden.

Die geschlechterreflektierende Arbeit mit Jungen*/jungen Männern* ist kein eigenständiger Ansatz, der in Sonderformaten angesiedelt sein sollte, auch weil die intersektionalen Verwobenheiten von Sexismus mit Rassismus, Klassenverhältnissen, Alters- und Körperdiskriminierung eine solche Isolierung nicht gestattet.

Die Initiative Intersektionale Pädagogik (i-PÄD) bietet unterschiedliche Formen für die Auseinandersetzung mit geschlechterreflektierter und intersektionaler Arbeit mit Jungen* an:

• Workshops und Weiterbildungen für Lehrkräfte und Pädagog_innen

• Workshops und Weiterbildungen für angehende Lehrkräfte und Pädagog_innen

• Workshops speziell für Jungen* und junge Männer in pädagogischen Kontexten (Schule, Kita, offene Jugendeinrichtungen)

• Projektarbeit mit Jungs*gruppen (Kurz- oder Langzeitprojekte wie z.B. Projekttage oder Projektwochen

• Vorträge

Intersektionale Jungxarbeit ist anti-sexistisch, kritisch und praxisorientiert

Ansprechpartner: Sven Woytek

sven.woytek@i-paed-berlin.de