Leitidee: I-PÄD ist ein Projekt, das die Anerkennung der Komplexität von Identitäten in der Pädagogik fördern soll. Dabei geht es um die Identitäten von Kindern und Jugendlichen, sowie auch die Identitäten der Sozialarbeiter_innen, Erzieher_innen und alle anderen Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten.

Themen: In Workshops erarbeiten wir gemeinsam mit den Teilnehmer_innen, was es für Identitäts­merkmale gibt, auf Grund derer Menschen Ausschlüsse beziehungsweise gesellschaftliche Bevorzugung erfahren können. Dazu zählen z.B. das Geschlecht eines Menschen, die (ver­mutete) Herkunft und/oder Religion, die sexuelle Orientierung, die Geschlechtsidentität (ob Menschen in dem Geschlecht leben wollen, das sie bei der Geburt zugewiesen bekommen haben, oder nicht), der soziale Status, das Alter, das Aussehen, körperliche und geistige Befähigungen. In unserem Ansatz gehen wir davon aus, dass all diese Merkmale für alle Menschen relevant und unterschiedlich sind. Oft werden sie uns aber dann erst bewusst, wenn wir Abwertung und Ausschlüsse erfahren. Um die Lebenswelten aller Kinder und Ju­gendlichen mit Respekt behandeln zu können und gegen Abwertung zu arbeiten, ist es die Aufgabe der Lehrer_innen, Pädagog_innen etc. sich der Ausschlüsse bewusst zu werden und sie zu verhindern. Dies ist auch Ziel unserer Arbeit.

Methoden: Intensive Selbstreflexion in der Auseinandersetzung mit u.a. den eigenen Privilegien, me­dienpädagogische Inhalte und Theaterpädagogik.

Lernziele: Sensibilisierung zu (Mehrfach-)Diskriminierung, Reflexion der eigenen Privilegien und Rolle im pädagogischen Kontext. Auswirkungen von Ausschlüssen durch Fachkräfte im pädago­gischen Alltag, Wie kann ich Kinder und Jugendliche empowern. Sensibilisierung für (auch strukturelle) Diskriminierung, Unterdrückung und Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen im Berufsfeld der Sozialen Arbeit

Literatur: Broschüre zu intersektionaler Pädagogik (online abzurufen unter: www.i-paed-berlin.de/de/Downloads/)

Dozent_in: Tuğba Tanyılmaz, Erzieherin und Sozialarbeiterin. Geschäftsführerin des Migrationsrates Berlin Brandenburg. Sven Woytek, Erzieher und Sozialarbeiter im Bereich der machtkritischen Bildung. Beide Mitbegründer_in der Initiative Intersektionale Pädagogik und langjährige Berufserfahrung im Bereich der Jugendhilfe/ Psychiatrie und Empowermentarbeit.

Seminarzeitraum: Fr, 17.11.2017 (9.00 - 16.00 Uhr)

Ort: Seminarraum an der ASH, wird noch bekannt gegeben

Teilnahmezahl: 20

Zielgruppe: Alle Menschen, die in sozialen Berufen tätig sind oder es wollen.

Teilnahmegebühr: Angehörige der ASH 5,00 €,Externe Teilnehmer_innen 15,00 €, Studierende anderer Hochschulen oder Leistungsbezieher_innen nach SGB II und XII (bei Vorlage eines entsprechenden Beleges) 7,50 €

Anmeldung NUR BEI DER ASH: frauenbeauftragte(at)ash-berlin.eu

Intersektionale Pädagogik für migrantisierte, POC und Schwarze Künstler*innen

Der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung unternimmt seit 2016 eine diversitätsorientierte Weiterentwicklung, um die Vielfalt der Berliner Kulturellen Bildungsszene ebenfalls in seiner Förderpraxis widerzuspiegeln. Dazu gehören regelmäßige Fortbildungsangebote zum Thema.

mit Senami Zodehougan und Tuğba Tanyılmaz

Das Wort „Diskriminierung“ ist in aller Munde und Ausschlüsse sind täglich Thema. Welche Formen von Diskriminierungen kennen wir? Welche begegnen uns immer wieder in unserer Arbeit mit Kindern und Jugendliche? Und wie können wir als Künstler*innen, die von Rassismus betroffen sind, für die unterschiedlichen Diskriminierungserfahrungen der Kinder und Jugendlichen innerhalb eines Projektes sensibilisiert werden.

In diesem Basisworkshop werden wir uns mit der intersektionalen Projektplanung beschäftigen. Wie können Projekte emanzipatorisch geplant und durchgeführt werden, ohne Tokkenism, Stigmatisierungen und Diskriminierungen zu reproduzieren. Mit praktischen Übungen und Methoden schauen wir uns vorhandene Projektideen der Teilnehmenden an und durchleuchten sie auf Diskriminierungskritik. Dazu gehört z.B. die Kinder und Jugendlichen, mit denen wir arbeiten, in ihrer Verschiedenheit wahrzunehmen und doch als gleichberechtigt zu behandeln. Dazu werden verschiedenen Methoden aus der Praxis vorgestellt, es gibt Platz für Diskussionen und Fragen, für Selbsterfahrung sowie kurze Praxisinputs von den Workshop-Leiterinnen.

Der Workshop ist offen für alle People of Color, migrantisierte Menschen und Schwarze Menschen.

Dieser Workshop wird in der Kooperation zwischen dem Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und I-Päd durchgeführt. Anträge auf Förderung von Projekten der Kulturellen Bildung (3000-20.000 €) können noch bis zum 16. Oktober über www.projektfonds-kulturelle-bildung.de gestellt werden.

Die Teilnahme an dem Workshop ist KOSTENFREI und setzt keine Vorkenntnisse voraus.

Senami Zodehougan ist Psycholog_in und arbeitet seit 2012 als psychosoziale und Antidiskriminierungs-Berater_in bei LesMigraS/Lesbenberatung Berlin e.V. Außerdem ist sie seit 2012 Teil bei der Initiative I-PÄD als selbstständige Bildungsreferent_in mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten tätig.

Tuğba Tanyılmaz ist Erzieherin, psychosoziale Beraterin und Sozialarbeiterin. Als selbständige Bildungsreferentin bietet sie Workshops und Lehrveranstaltungen zu den Themen: Gender, Homophobie, Transphobie, Sexualität, Identität, Rassismus, Diskriminierungen und Empowerment, an. Zurzeit ist sie die Geschäftsführerin des Migrationsrats Berlin Brandenburg und hauptsächlich mit der Entwicklung von Medien- und Projekten zuständig. Tuĝba Tanyılmaz ist die Mitbegründerin der Initiative intersektionale Pädagogik (i-Päd).

Weitere Informationen

http://www.projektfonds-kulturelle-bildung.de/

Wann
Freitag 29. September 2017, 15:30–19:30 Uhr
Wo
Migrationsrat Berlin-Brandenburg e.V. Oranienstr. 34 10999 Berlin
Anmeldung
Die Teilnehmendenanzahl ist begrenzt, Anmeldung per E-Mail an Sarah Schaaf an s.schaaf(at)kulturprojekte.berlin

Der Veranstaltungsort ist rollstuhlgerecht. Bitte geben Sie ggf. Unterstützungsbedarfe bei der Anmeldung an.

i-PÄD verabschiedet sich in die Sommerpause. Wir sind ab 01.09.2017 wieder zu erreichen. Wir wünschen einen schönen Sommer!

Auf der zweitägigen Konferenz des Instituts für Performative Künste und Bildung der HBK Braunschweig am 12.05. wird auch i-Päd vertreten sein:

"Die zweitägige Konferenz am Institut für Performative Künste und Bildung widmet sich den Akteur*innen im Kunstfeld, insbesondere solchen aus Theater und Pädagogik. In der performativen Praxis entwickelte Arbeitshaltungen, Spezialkenntnisse und pädagogische Umwege sollen im Hinblick darauf befragt und diskutiert werden, inwieweit sie eine Inspiration für das soziale Handeln in der Gesellschaft und ihren Institutionen sein können.

Die Tagung ist Teil einer langfristigen Kooperation zwischen der HBK Braunschweig und der HMTM Hannover, die es sich zur Aufgabe macht, die bisherige Praxis der Trennung von Arbeits- und Ausbildungsbereichen zu überdenken und mit neuen Formen zu experimentieren. So werden wir auch während der Tagung nicht mit klassischen Vortragsformaten aufwarten, sondern laden Protagonistinnen aus Politik, Theater, Pädagogik und Wissenschaft ein, um mit ihnen verschiedene Gesprächsformen zu testen. In sorgsam konzipierten Räumen für Kontroversen und Streit wollen wir gesellschaftliche Akteurinnen jenseits ihrer Arbeitsgebiete zusammenbringen, um mit ihnen inspirierende Ideen zu untersuchen und zu entwickeln."

Auch i-PÄD ist Teil des Netzwerkes. Meldet euch an unter: launch@benedisk.de

Informationen

Verschiedene Studien und Erfahrungen aus der Beratungspraxis und Präventionsarbeit belegen zahlreiche und unterschiedliche Diskriminierungen im Bildungsbereich. Über deren Ausmaß und Erscheinungsformen gibt es nach wie vor zu wenig Bewusstsein. Insbesondere wirken sich Dis- kriminierungen negativ auf die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus. Bei Diskriminierungsvorfällen an Schulen und Kitas wissen viele Betroffene und Beteiligte oft nicht, dass es sich um Diskriminierung handelt. Werden Diskriminierungen erkannt, fehlt es zumeist an Wissen und Möglichkeiten wirksam dagegen vorzugehen. Zur Bearbeitung einer Diskriminierungsbeschwerde in Schule und Kita fehlt es an einer klaren Definition von Diskriminierung im Berliner Schulgesetz. Es mangelt an gesetzlichen Regelungen bzgl. Zuständigkeit, Verfahren, Beweisregelung, Viktimisierungsschutz, Sanktionsmöglichkeiten und einem formalen Beschwerdeverfahren. Die Umsetzung einer diskriminierungsfreien Bildung, einschließlich des Zugangs dazu, liegt in erster Linie in der Verantwortung von Politik und Verwaltung, bei den Kitas und Schulen und ihren Trägern. Ihr Auftrag beruht auf gesetzlichen Grundlagen und verpflichtet diese zum Handeln. Sich für ein diskriminierungsfreies Bildungssystem einzusetzen, obliegt jedoch der gesamten Gesellschaft. BeNeDiSK hat diese Eckpunkte für Empfehlungen zur Einrichtung einer wirksamen, unabhängigen, weisungsungebundenen Informations- und Beschwerdestelle in Berlin erarbeitet und lädt Sie zur #Vorstellung #Kommentierung #Diskussion ein.

Ablauf

  • 18:00 Uhr Willkommen und Vorstellung des Netzwerks
  • 18:15 Uhr Präsentation des Positionspapiers
  • 18:45 Uhr Kommentierung durch Expert_innen:

Schlenzka, N. (Antidiskriminierungsstelle des Bundes, ADS)

Prof. Dr. I. Attia (Alice Salomon Hochschule, ASH)

J.K. Aikins (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V., ISD)

Dr. S. Arnade (Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V., ISL)

Liehr, B. (Schüler_innenperspektive)

  • 19:30 Uhr Nachfragen/ Diskussion
  • ab 20 Uhr Come together mit Snacks und Getränken

Weiter Informationen unter:

www.benedisk.de
www.nw-diskriminierung-berlin.de

Wann
09. März 2016 ab 18 Uhr
Wo
Theater28, Rathenower Str. 16 - 17 in 10559 Berlin-Tiergarten (S Bahn Bln-Hbf/ Bus 123 oder U-Bahn 9 Turmstr./Bus 187)

Der Veranstaltungsort ist rollstuhlgerecht. Bitte geben Sie ggf. Unterstützungsbedarfe bei der Anmeldung an.

Beide Basisworkshops sind voll!

Wir freuen uns über die große Resonanz auf unsere beiden Basisworkshops. Nun sind alle Plätze belegt. Vielen Dank! Wir sehen uns im März und April! Eurer i-PÄD-Team

Bitte nicht mehr anmelden!

Das Wort „Diskriminierung“ ist in aller Munde und Ausschlüsse sind täglich Thema – auch in Kita, Schule und Jugendeinrichtungen. Was ist das eigentlich genau? Und wie können wir als Pädagog_innen damit umgehen? In unserem Basisworkshop wollen wir uns damit beschäftigen wie pädagogische Arbeit diskriminierungssensibel ablaufen und gestaltet werden kann. Dazu gehört z.B. die Kinder und Jugendlichen, mit denen wir arbeiten, in ihrer Verschiedenheit wahrzu-nehmen und doch als gleichberechtigt zu behandeln. Dazu wollen wir euch aus unserer Praxis verschiedenen Methoden vorstellen, mit de-nen wir arbeiten. Es gibt Platz für Diskussionen und Fragen, für Selbsterfahrung sowie kurze Praxisinputs von unserer Seite.

Wir als Team von Pädagog_innen, Erzieher_innen, Sozialarbeiter_innen, Politikwissen-schaftler_innen und Psycholog_innen bieten unterschiedliche Sichtweisen auf die Thematik und sind gespannt auf euch und alles was ihr mitbringt.

Wir hoffen ihr seid dabei!

Die Teilnahme an dem Workshop ist KOSTENFREI und setzt keine Vorkenntnisse voraus.

Bitte nicht mehr anmelden!

Wann
Samstag, den 16.04.2016 (11 – 17 UHR)
Wo
Exerzierstr. 28, 13357 Berlin

Ihr findet uns in der Exerzierstr. 28, 13357 Berlin Wedding. Öffentlicher Nahverkehr: Der U-Bhf. Osloer Str., (UBahn Ausgang „Heinz-Galinski-Str.“) ist 500m entfernt. Der Laden ist im Erdgeschoss, es gibt keine Treppen, aber eine halbe Stufe im Eingang. Die Räumlichkeiten sind rollstuhlgerecht, die Toiletten/Sanitäranlagen jedoch nicht. Eine rollstuhlgerechte Toilette ist in der Heinz-Gallinksi-Str.1, im Haus B des Jüdischen Krankenhauses (130m entfernt) zu finden.

Es ist mal wieder so weit:
I-Päd bietet einen Basisworkshop zu intersektionaler Pädagogik an!

Das Wort „Diskriminierung“ ist in aller Munde und Ausschlüsse sind täglich Thema – auch in Kita, Schule und Jugendeinrichtungen. Was ist das eigentlich genau? Und wie können wir als Pädagog_innen damit umgehen? In unserem Basisworkshop wollen wir uns damit beschäftigen wie pädagogische Arbeit diskriminierungssensibel ablaufen und gestaltet werden kann. Dazu gehört z.B. die Kinder und Jugendlichen, mit denen wir arbeiten, in ihrer Verschiedenheit wahrzu-nehmen und doch als gleichberechtigt zu behandeln. Dazu wollen wir euch aus unserer Praxis verschiedenen Methoden vorstellen, mit de-nen wir arbeiten. Es gibt Platz für Diskussionen und Fragen, für Selbsterfahrung sowie kurze Praxisinputs von unserer Seite.

Wir als Team von Pädagog_innen, Erzieher_innen, Sozialarbeiter_innen, Politikwissen-schaftler_innen und Psycholog_innen bieten unterschiedliche Sichtweisen auf die Thematik und sind gespannt auf euch und alles was ihr mitbringt.

Wir hoffen ihr seid dabei!

Die Teilnahme an dem Workshop ist KOSTENFREI und setzt keine Vorkenntnisse voraus.

BITTE NICHT MEHR ANMELDEN!!

Wann
Samstag, den 12.03.2016 (11 – 17 UHR)
Wo
Exerzierstr. 28, 13357 Berlin

Ihr findet uns in der Exerzierstr. 28, 13357 Berlin Wedding. Öffentlicher Nahverkehr: Der U-Bhf. Osloer Str., (UBahn Ausgang „Heinz-Galinski-Str.“) ist 500m entfernt. Der Laden ist im Erdgeschoss, es gibt keine Treppen, aber eine halbe Stufe im Eingang. Die Räumlichkeiten sind rollstuhlgerecht, die Toiletten/Sanitäranlagen jedoch nicht. Eine rollstuhlgerechte Toilette ist in der Heinz-Gallinksi-Str.1, im Haus B des Jüdischen Krankenhauses (130m entfernt) zu finden.

1990 wurde Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation als Diagnose aus dem ICD gestrichen und nicht weiter als Krankheit erfasst. Seit 2004 wird dieses Ereignis jährlich mit dem „International Day Against Homophobia” (IDAHO) bzw. als IDAHOT* oder IDAHI*T*(Wobei das T* für trans- und das I* für intergeschlechtlich steht) zelebriert. Doch rechtliche Verbesserungen schaffen nicht automatisch gesellschaftliche Akzeptanz. So ist z.B. Transsexualität weiterhin als eine „Identitätsstörung“ im ICD aufgeführt und den diesjährigen Demonstrationen gegen den „Bildungsplan 2015“ schließen sich Menschen an, die ihren homophoben Positionen Luft machen wollen. Dies sind nur zwei Beispiele unter vielen. Fehlende Inklusion und Repräsentation von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, sowie Gewalttaten, die auf Homo-, Trans- bzw. Interfeindlichkeit zurückzuführen sind, sind andauernde gesamtgesellschaftliche Probleme in Deutschland.

Mit dem Bildungsplan 2015 wird ein Versuch gemacht, einen Ansatz der Erziehung zur Akzeptanz gesetzlich zu verankern. Wir sehen dies als einen großen Schritt und bedauern, feststellen zu müssen, dass in den Diskussionen um den Bildungsplan Stimmen laut wurden, die die Abbildung der vielfältigen Lebensrealitäten als die Verbreitung einer Ideologie von Minderheiten verstehen.

Die Initiative Intersektionale Pädagogik (i-PÄD) fordert, dass verschiedene Lebensrealitäten auch in der pädagogischen Arbeit repräsentiert werden sollen, damit Kinder sich in den Lehrmaterialien wiederfinden und ihr Leben und das Leben anderer als Normalität wahrnehmen können. i-PÄD befürwortet eine allgemeine Sensibilisierung gegenüber Gewalt und Diskriminierungen. Mit verschiedenen Lebensrealitäten sind demnach auch gemeint: das Leben mit/ohne Behinderungen und chronischen Krankheiten, verschiedenen Lebensalter, Weltanschauungen, Sprachen, Herkunft, sozialen Status, Geschlecht und Geschlechtsidentitäten usw.

Jeder Mensch hat eine Geschlechtsidentität, die mit gesellschaftlichen Erwartungen belegt ist. Wir alle unterliegen Zwängen – einige Menschen gehen konform und merken sie deswegen nicht.

Jeder Mensch hat eine Weltanschauung. Vielleicht entspricht sie zu dieser Zeit an diesem Ort einer dominanten Überzeugung und wird deswegen als „neutral“ wahrgenommen.

Jeder Körper eines Menschen ist anders und in seiner Individualität besonders. Viele erleben die gesellschaftlichen Ideal- und Normvorstellungen von Aussehen und Geschlecht als Einschränkung und nicht als Bereicherung.

Jeder Mensch hat ein Lebensalter und wird Zeit seines Lebens Diskriminierung als „zu jung“ oder „zu alt“ erfahren.

Nur weil wir Diskriminierung nicht wahrnehmen, heißt es nicht, dass es sie nicht gibt. Es gibt keine neutralen Menschen! Diskriminierung ist ein Thema, was alle Menschen angeht! Die Vielfalt der derzeitigen Lebensrealitäten darzustellen, hat etwas mit einer Erziehung zur Akzeptanz zu tun.

Die momentane Situation des Bildungssystems entspricht einer ideologischen Erziehung, in der es darum geht, ein dominantes Weltbild zu vermitteln, dass sich auf das Idealbild einer heterosexuellen Kleinfamilie bezieht, das laut statistischen Bundesamt schon seit den 1950er Jahren nicht mehr der Realität entspricht. „Patchwork-“ und „Regenbogenfamilien“, aber auch viele „Alleinerziehende“ beschreiben die derzeitige Lebensrealität vieler Menschen. Kaum ein Kind lebt in einer Familie, die dem gesellschaftlichen Ideal einer lebenslangen Eheschließung eines heterosexuellen Ehepaares entspricht. Trotz der Ferne zur Realität, wird Kindern durch Lehrkräfte und Lehrmaterialien gezeigt, dass das „normale“ Beziehungsmodell weiterhin Mutter-Vater-Kind ist, dass die Familie Yilmaz immer Obst verkauft, anstatt eine Arztpraxis zu leiten, und die spielenden Kinder auf dem Hof sich zu Fuß und nicht mit Rollstuhl fortbewegen. Jede Form von Äußerung und Darstellung ist eine Form von Erziehung. Tagtäglich findet Erziehung überall statt.

Wir fordern, dass sich pädagogische Fachkräfte, in Bezug auf alle Diskriminierungsformen fortbilden und sich mit Gewaltprävention beschäftigen. Wir fordern von Erziehungsberechtigten und Bezugspersonen, Kinder auch nach der Schule zur Akzeptanz zu erziehen und sich für die Vielfalt der Gesellschaft auszusprechen. Wir fordern Lehrmaterialien, in dem Homo-, Trans* und Inter*-Sexualität kein Sonderthema ist, sondern ein fester Bestandteil der dargestellten Beziehungskonstellationen, in denen verschiedene Lebensrealitäten gleichberechtigt eine aktive Rolle einnehmen und nicht zum einmaligen Studieninhalt werden. Wir fordern keine Lippenbekenntnisse, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Diskriminierung – trotz der Verankerung im Bildungsplan werden Ausschlüsse weiterhin stattfinden, wenn nicht eine tiefgreifende Veränderung stattfindet.

Darüber hinaus appellieren wir an die Regierung, die Pathologisierung und Stigmatisierung von Trans* und Inter*-Menschen zu beenden. Jegliche Beziehungskonstellationen, die eine rechtliche Anerkennung wünschen, sollen diese gleichberechtigt mit der heterosexuellen Ehe auf juristischer, institutioneller und staatlicher Ebene bekommen.

Die Initiative Intersektionale Pädagogik (i-PÄD) arbeitet mit dem Grundsatz, dass alle Identitäten wertvoll sind und es verdienen positiv repräsentiert zu werden. Wir wollen Kindern und Jugendlichen schon in ihren ersten Lebensjahren ein stabiles Selbstwertgefühl ermöglichen. Wir geben Trainings für angehende Erzieher_innen und Sozialarbeiter_innen, sowie Menschen, die bereits in sozialen Berufen tätig sind, um ihnen Werkzeuge anzubieten, mit denen sie ihr Gegenüber in ihrer Entwicklung unterstützen können und zur mehr Akzeptanz von Vielfalt zu erziehen.

Zum neuen Jahr haben wir endlich die lang erwartete Intersektionale Pädagogik – Handreiche für Sozialarbeiter_innen, Erzieher_innen, Lehrkräfte und die, die es noch werden wollen veröffentlicht.

Dazu gibt es den Respect Guide – Leitfaden für einen respektvollen Umgang miteinander und ein Plakat einer Methode namens Deniz, die wir oft als Einstieg in die Thematik der Intersektionalität nutzen. Zu finden sind diese unter „Materialien“ und „Methoden“. Viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!

Wir freuen uns euch mitteilen zu können, dass wir ab jetzt ein Teil des Dachverbandes Migrationsrat Berlin Brandenburg e.V. sind.

Seit Anbeginn unserer Arbeit als unabhängige Initiative agierend, haben wir uns nach 2,5 Jahren bei Gladt e.V. für einen Umzug zum Migrationsrat entschieden. Es erwarten euch und uns spannende Kooperationen, Fachtagungen, Workshops etc.

Unser neuer Träger:

Migrationsrat Berlin-Brandenburg e.V.
Oranienstr. 34
10999 Berlin

Tel: +493061658755
Fax: +493061658756
www.mrbb.de

i-Päd geht online!

Nachdem unser Projekt „i-Päd – intersektionale Pädagogik“ seit fast einem Jahr besteht und immer mehr Interesse bei (angehenden) Pädagog_innen, Sozialarbeiter_innen, Heilpfleger_innen und allgemein bei Menschen weckt, die mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten (werden), haben wir uns entschlossen online zu gehen und somit die Inhalte unserer Arbeit mehr Menschen zugänglich zu machen.